Tag: 16. November 2019

Haltung in postmodernen Zeiten: „Silence“ und Scorseses Katholizismus

Wir streichen den Kitsch. Wir streichen die Romantik. Wir streichen eine künstliche Dramatik. Wir streichen all die dahinwabernde Filmmusik, die uns anleitet, in dem was wir fühlen sollen. Wir streichen die artifiziellen One-Takes und das zeitgenössische Kunst-sein-wollen und nicht Kunst-sein gleich mit. Wir bekommen Silence. Einen großen Film, der an der 3-Stundenmarke kratzt und thematisch doch auf Wesentliches reduziert daherkommt. Zweifelsfrei sehen wir eines der großen Werke dieser Dekade. Zunächst bestätigt Silence das, was längst bekannt war: Martin Scorsese ist ein Meister der Kinokunst. Einer der letzten Vertreter der langsam im cineastischen Hintergrund verblassenden Autorenfilmer. In einer serialisierten Mulitplex-Landschaft, in der Regisseure ihr am Recht am Final Cut an Disney-Oligarchen veräußern müssen und wir uns […]

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